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Wie können die 3D-Filme wiedergegeben werden?

 

Die einfachste Darstellungsart ist als Anaglyphenfilm (Standart: rot/cyan). Dadurch gehen allerdings die Farbinformationen teilweise verloren, dafür kann der Film an jedem Monitor betrachtet werden.


Viele der heutigen Flachbild-Fernseher sind 3D-fähig. Hier gibt es 2 verschiedene Verfahren:

  1.     mit Shutterbrille (auch aktives 3D genannt) – im schnellen Wechsel (mindesten 120 Hz) wird abwechselnd das linke und rechte Auge verdunkelt. Das Bild auf dem Monitor wechselt synchron dazu. Die Dunkelphase wird vom Auge nicht mehr wahrgenommen. Für die Hersteller ist dieses Verfahren sehr einfach, da die Flachbildschirme von Grund auf schon eine höhere Bildwiederholungsrate haben und nur noch ein Infrarotsender für die Synchronisation eingebaut werden muss. Der Nachteil ist, dass die Shutterbrillen relativ teuer und durch die benötigte Batterie etwas schwerer sind.
  2.     mit Polarisationsfolie (zirkular; auch passives 3D genannt) – vor dem Monitor wird eine Polarisationsfolie aufgebracht und diese wechselt zeilenweise die Polarisation. Dieses Verfahren ist zwar aufwändiger, aber dafür sind die Polarisationsbrillen wesentlich günstiger und man kann auch die 3D-Brillen vom letzten Kinobesuch verwenden.

Als Standard benötigen die Fernseher einen Film, bei welchem die beiden stereoskopischen Streams entweder nebeneinander mit halber Breite oder übereinander mit halber Höhe montiert sind. Zudem werden nicht alle Filmformate erkannt. Z.B. erkennt der „LG“ das gebräuchliche AVCHD nicht, sondern möchte eine WMV oder MPEG4-Datei. Zudem muss der Film für die meisten TVs eine Framerate von 30fps haben. Mit den gängigen Schnittprogramme kann man die Filme jedoch mit dieser höheren Framerate rendern, auch wenn Sie mit 25 fps aufgenommen wurden. Das Programm fügt dann Zwischenbilder ein.

Auch spezielle 3D-Monitore oder 3D-Laptops arbeiten mit einem dieser beiden Verfahren.

Mit 2 DLP Beamern (LCD Beamer funktionieren hier nicht, weil die das Licht bereits vorpolarisieren) kann man sich sogar ein eigenes 3D-Kino einrichten oder seine Filme vor einem größeren Publikum vorführen. Die Bildtrennung erfolgt wiederum über Polarisationsfilter. Zudem benötigt man eine Silbertuchleinwand, da sonst die Polarisation aufgehoben wird.

Dann gibt es auch noch Videobrillen, welche 3D darstellen können.

Aktiv geforscht wird nach wie vor in Richtung autostereoskopische Displays. Hier benötigt man keine 3D-Brille. Vor dem Monitor sind halbrunde Rillen ähnlich wie bei „Wackel-Postkarten“ angebracht. Hinter diesen Linsen oder Barrieren ist das stereoskopische Bild in feinen Linien hinterlegt. Bei kleinen Monitoren funktioniert es recht gut (z.B. Handy oder Betrachtungsmonitore der 3D-Camcorder), aber bei größeren geht es nur mit einer mittigen Betrachtungsposition in einem bestimmten Abstand – damit kann nur ein Betrachter das Bild auf einem solchen Monitor in 3D sehen. Es wurden Monitore entwickelt, bei welchen eine Videokamera die Position des Betrachters erfasst und das Bild hinter dem Linsenraster entsprechend anordnet. Aufgrund des technischen Aufwands und der Beschränkung auf einen Betrachter konnten sich solche Monitore bisher nur für Spezialaufgaben durchsetzen.

Relativ unbekannt ist, dass stereoskopische Filme problemlos bei „YouTube“ hochgeladen und auch stereoskopisch in verschiedenen Ausgabeformaten betrachtet werden können. Beim Hochladen von Videos kann man unter dem Menüpunkt: „Erweiterte Einstellungen“ angeben, ob der Film in 3D ist und in welchem Format er vorliegt (z.B. side by side, halbe Breite). Beim Betrachten von Videos gibt es unten rechts die Optionen, bei denen man üblicherweise die Wiedergabequalität einstellt. Bei einem 3D-Film kann man hier auch einstellen, ob man den Film in 2D oder 3D anschauen möchte, und es lassen sich verschiedene Wiedergabemethoden einstellen. Hinweis: derzeit funktioniert die stereoskopische Wiedergabe nur mit flash, man muß also das flash plugin installieren. Zukünftig soll die Wiedergabe ausschließlich per HTML5 erfolgen.

 

3D-Filmbeispiele auf YouTube:

 

Die Gruppe „Metusa“ auf dem Mitteltermarkt in Meersburg (von Martin Kohler) :

 

 

Unterwasservideo vom Roten Meer (von Werner Bloos und Helmut Görlitz):