Allgemeines

 

Der stereoskopische Film ist die Königsklasse in der Stereoskopie, denn anders als bei einem stereoskopischen Foto ist das bewegte Bild mit mehr Sorgfalt und Beachtung weiterer Regeln behaftet da es sonst den Zuschauern schnell übel werden kann. Daher ist sowohl bei der Aufnahme als auch bei der Bearbeitung und der Wiedergabe aufwändiger als bei einem stereoskopischen Foto.

 

Kleine Geschichte des 3D-Films

 

Um 1900 erfreuten sich Stereobilder großer Beliebtheit. Bereits 1895 gab es die ersten kommerziellen Filmvorführungen und das bewegte Bild als neues Medium verdrängte zunehmend die Stereoskopie. Angeblich versuchten die Gebrüder Lumière 1903 ihren Film „L’arrivée du train“ bereits in 3D (2 Filmstreifen, Anaglyphenverfahren) aufzunehmen. In die Kinos kam aber nur eine 50 Sekunden lange 2D Version. Luis Lumière drehte den Film 1935 nochmals neu mit einer stereoskopischen Kamera und führte diesen der Akademie der Wissenschaften in Paris vor.

1915 zeigte Edwin S. Porter und William E: Waddel im Astor Theater in New York verschiedene stereoskopische Testfilme (Jim the Penman; Niagara Falls; Rural America) im Anaglyphenverfahren.

1922 folgte der erste stereoskopische Langfilm: „The Power of Love“ von Harry K. Fairhall und Robert F. Elder. Der erste stereoskopische Film im Polarisationsverfahren wurde 1937 auf der Gartenschau in Dresden mit dem Titel: „Zum Greifen nah“ dem Publikum vorgeführt. Gedreht wurde er von Fritz Boehner (Regie: Kurt Engel ) als Werbefilm für die Volksfürsorge-Versicherung AG.

 

Nach dem Krieg startete Fritz Boehner einen neuen Versuch und so entstanden 1953 weitere „Raumfilme“. Gedreht wurde mit einer Zeiss-Ikon-Stereokamera. 4 Stück solcher Kameras waren vor dem Krieg hergestellt worden, aber nur eine überlebte.

 


Nach einem Bericht im Photo Magazin vom Oktober 1953 wurde in der Kamera durch eine Linsenkonstruktion die beiden Teilbilder um 90° gedreht und ergaben dann nebeneinander 1 Filmbild. Eine gleiche Konstruktion auf dem Projektor mit vorgesetzten Polarisationsfolien ermöglichte die 3D-Projektion. In den Jahren 1953 und 1954 gab es immer wieder Versuche, stereoskopische Filme zu produzieren und sogar Alfred Hitchcock drehte 1954 auf Drängen des Filmproduzenten Warner Bros den Thriller „Bei Anruf Mord“ in 3D. In den 70er Jahren wurde der 3D Film nochmals populär z.B mit dem Film 'The Stewardess' und andere.

Um 1998 wurden im herkömmlichen Fernsehen 3D-Filme als neue Sensation gezeigt. Hier nutzte man den Pulfrich-Effekt. Den TV-Zeitschriften lagen „3D-Brillen“ bei, wobei die linke Seite mit einer hellen, und die rechte mit einer dunklen Folie versehen war. Durch die dunkle Folie nimmt das rechte Auge das Bild zeitversetzt wahr. Bei einer seitlichen Kamerafahrt nach links sieht man das Motiv in 3D. Nachdem man aber keine Filme machen konnte, die nur aus seitlichen Kamerafahrten bestehen, musste man die Brille immer wieder auf und absetzen.

Mit ihrem 3D-Film „So ein Kino“, welcher erstmals 1999 auf dem ISU-Kongress in Lindau vorgeführt wurden, produzierten Verena und Günter Peschke sogar als Privatpersonen einen analogen 3D Film. Der Aufwand war allerdings riesig. Günter Peschke hatte hierzu sowohl ein synchrones Kameragespann als auch einen entsprechenden Doppelprojektor konstruiert. Gezeigt wurde ein Marionettentheater. Die Hauptfigur Ratschkatl hatte viel zu erzählen…

Inzwischen hat sich Günter Peschke zu einem Spezialisten für Makro- und Zeitraffer- und High-Speed-3D-Filmaufnahmen entwickelt. Weitere Informationen finden Sie auf seiner Homepage: www.3d-film-peschke.de.